Toptech Polska, ein Hersteller von Präzisionsmetallteilen, investiert in eigene Wärmebehandlungskapazitäten. Das Unternehmen hat bei SECO/WARWICK einen Vector-Vakuumofen mit Hochdruckgasabschreckung bei einem Absolutdruck von bis zu 15 bar bestellt. Mit dieser Investition übernimmt das Unternehmen die Kontrolle über einen der entscheidenden Produktionsschritte, verkürzt die Auftragsdurchlaufzeiten und baut seine Kompetenzen beim Härten, Anlassen und Glühen von Bauteilen aus Werkzeugstahl aus.
Toptech investiert in einen Vector-Vakuumofen von SECO/WARWICK, um die Wärmebehandlung inhouse durchzuführen. Dies steigert die Unabhängigkeit, Qualität und Kapazität für Präzisionsbauteile.
- Anschaffung eines kompakten Vector-Vakuumofens
- Hochdruck-Gasabschreckung bis 15 bar für hohe Qualität
- Inhouse-Prozess steigert Unabhängigkeit und Flexibilität
- Möglichkeit zur Dienstleistung für externe Kunden
- Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit durch Prozesskontrolle
Der bestellte Vector ist ein kompakter Vakuumofen mit Nutzraumabmessungen von 400 × 400 × 600 mm, entsprechend etwa 16 × 16 × 24 Zoll. Er ist mit einem Hochdruck-Gasabschrecksystem für einen Absolutdruck von bis zu 15 bar ausgestattet, das mit Stickstoff betrieben wird. Die Anlage wird in erster Linie zum Härten, Anlassen und Glühen von Markierwerkzeugen, Prägestempeln, Stempeln, Matrizen sowie Arbeitselementen für Stanzwerkzeuge eingesetzt.
„Toptech hatte zuvor die Dienstleistungen einer Härterei in Anspruch genommen, die mit unseren Anlagen arbeitet, und war daher bereits mit der Technologie von SECO/WARWICK vertraut. Als das Produktionsvolumen stieg und der Aufbau einer eigenen Härterei erforderlich wurde, konnten wir gemeinsam eine Lösung auswählen, die optimal auf dieses Produktionsprofil abgestimmt ist. Dies ist ein gutes Beispiel für eine Zusammenarbeit, bei der die eingesetzte Technologie aus einem konkreten unternehmerischen Bedarf resultiert“, sagt Maciej Korecki, Vice President des Vacuum Furnace Segments der SECO/WARWICK Group.
Durch die Prozessverlagerung in den eigenen Betrieb gewinnt der Partner mehr Unabhängigkeit von der Verfügbarkeit externer Dienstleister, kann seine Produktion leichter planen und den Transport der Werkstücke zwischen den Betrieben reduzieren. Darüber hinaus erhält das Unternehmen die Möglichkeit, die Wärmebehandlungsparameter je nach Werkstoff, Bauteilgeometrie und den geforderten Endeigenschaften unmittelbar anzupassen. Zugleich eröffnet die eigene Härterei ein neues Geschäftsfeld. Toptech kann den Ofen künftig nicht nur für die eigene Produktion nutzen, sondern auch anderen Unternehmen in der Region Dienstleistungen im Bereich der Vakuumwärmebehandlung anbieten.
15 bar – wenn Oberflächenqualität und Maßhaltigkeit entscheidend sind
Eine der wichtigsten Funktionen der bestellten Anlage ist das Hochdruckgasabschrecken (HPGQ). Bei der Vakuumwärmebehandlung wird das Bauteil unter Vakuum erwärmt und anschließend durch einen Gasstrom unter hohem Druck abgekühlt. Im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren reduziert dieser Prozess die Oberflächenoxidation und -entkohlung, ermöglicht eine präzise Steuerung des Prozesszyklus und kann den Umfang der nachfolgenden Bearbeitung verringern. Dies ist insbesondere bei Werkzeugen, Stempeln, Matrizen und Bauteilen aus Werkzeugstahl von Bedeutung, bei denen die Produktqualität nicht nur von der Härte, sondern auch von der Oberflächenreinheit, der Maßhaltigkeit und der Verformungskontrolle abhängt.
„Bei der Bearbeitung von Präzisionsbauteilen reicht es nicht aus, lediglich die erforderliche Härte zu erzielen. Ebenso wichtig sind die Oberflächenreinheit, die Maßhaltigkeit und ein reproduzierbarer Kühlprozess. Bei einem Druck von bis zu 15 bar können wir die Kühlintensität sehr präzise steuern. Gleichzeitig schützt die Prozessführung unter Vakuum die Oberfläche des Werkstücks vor Oxidation und Entkohlung. Bei einem Partner wie Toptech wirkt sich dies unmittelbar auf die Lebensdauer und Qualität der Werkzeuge aus, die später in anspruchsvollen industriellen Prozessen zum Einsatz kommen“, sagt Paweł Okińczyc, Vertriebsspezialist bei SECO/WARWICK.
Die polnische Präzisionsindustrie investiert in Technologie
Die Entscheidung von Toptech fügt sich in den allgemeinen Modernisierungstrend der polnischen Industrie ein. Nach Angaben des polnischen Statistischen Hauptamtes (GUS) stieg die verkaufte Industrieproduktion in Polen im Jahr 2025 um 3,1 Prozent. In den für die Geschäftstätigkeit von Toptech besonders relevanten Branchen fiel das Wachstum noch stärker aus: Die Produktion von Maschinen und Anlagen erhöhte sich um 7,2 Prozent, während die Herstellung von Metallerzeugnissen um 6,1 Prozent[1] zunahm. Für Hersteller von Werkzeugen, Präzisionskomponenten und Kleinserien bedeutet dies einen wachsenden Druck, ihre Produktivität zu steigern und zugleich eine hohe Qualität sowie Liefertreue sicherzustellen. Immer häufiger reagieren Unternehmen darauf, indem sie Prozesse, die zuvor an externe Dienstleister vergeben wurden, in den eigenen Betrieb verlagern.
Die Entscheidung von Toptech für SECO/WARWICK war auch durch die Verfügbarkeit technologischer Unterstützung und eines umfassenden Serviceangebots begründet. Die Standorte der beiden Unternehmen liegen nur rund 62 km voneinander entfernt, was sowohl die Abstimmung während der Projektphase als auch die spätere Betreuung der Anlage erleichtert.
„Eine Herausforderung für uns waren die Termintreue und die verfügbaren Produktionskapazitäten des externen Dienstleisters, an den wir die Wärmebehandlung ausgelagert hatten. Zudem wollten wir größeren Einfluss auf die Qualität und Lebensdauer der von uns gefertigten Bauteile nehmen. Besonders wichtig war für uns die Gewissheit, dass der Technologielieferant auch nach der Inbetriebnahme des Ofens ein verlässlicher Partner bleibt. SECO/WARWICK ist uns sowohl geografisch als auch operativ nah. Diese Investition ist nicht nur eine Investition in eine Anlage, sondern vor allem in die Prozessunabhängigkeit, das Know-how und die Möglichkeit, unsere Produktion künftig weiter zu skalieren“, sagt Jacek Targosz, Vorstandsmitglied von Toptech Polska Sp. z o.o. und verantwortlich für die Produktionsprozesse.
SECO/WARWICK entwickelt seit den 1970er-Jahren Technologien für die Vakuumwärmebehandlung und hat in den vergangenen 35 Jahren Tausende komplette Anlagen – nicht nur Vakuumanlagen – in mehr als 70 Länder geliefert. Die Lösungen der Gruppe kommen unter anderem in der Luft- und Raumfahrtindustrie, der Automobilindustrie, der Werkzeugindustrie, der Energiewirtschaft, der Medizintechnik und der Verteidigungsindustrie zum Einsatz.
[1] „Die sozioökonomische Lage des Landes“, Statistisches Hauptamt (GUS), vom 30.01.2026 https://ssgk.stat.gov.pl/01.2026/Przemysl.html [abgerufen am 25.09.2026]






