Es gibt Unternehmensgeschichten, die bescheiden beginnen, aber mit der Zeit zu einem Symbol ihrer Zeit werden. Die Geschichte von SECO/WARWICK gehört genau dazu.
Der Grundstein für SECO/WARWICK wurde in den Jahren 1989 bis 1991 gelegt – in einer Phase tiefgreifender wirtschaftlicher Transformation in Polen. Auf Basis der Kompetenzen aus dem polnischen Unternehmen Elterma sowie durch die Zusammenarbeit mit einem amerikanischen Partner entstand eine Marke, die heute – 35 Jahre später – zu den globalen Marktführern in der Wärmebehandlung und der Vakuummetallurgie zählt.
Von polnischer Entschlossenheit zur globalen Unternehmensgruppe
Am Anfang dieser Geschichte steht Polen in einer Phase des tiefgreifenden Wandels. Ende der 1980er- und Anfang der 1990er‑Jahre musste nahezu alles von Grund auf neu aufgebaut werden: Unternehmen, Geschäftsbeziehungen, Vertrauen in private Initiative sowie ein neues Verständnis von Entwicklung und Wachstum. In diesem Umfeld gründeten Ingenieure, die zuvor mit den Lubuskie Zakłady Termotechniczne Elterma (Lubusker Thermotechnische Werke Elterma) verbunden waren, Trans‑Vac. Der erste Vakuumofen entstand in einem umgebauten Stall in Wilkowo. Ein Foto der Anlage gelangte in einen Messekatalog und anschließend zu Vertretern des amerikanischen Unternehmens SECO/WARWICK, das einen Partner in Osteuropa suchte. Nach Monaten intensiver Gespräche sowie des Austauschs von Briefen und Telegrammen kam es zum Durchbruch: Am 1. Juni 1991 wurde in Świebodzin die SECO/WARWICK Ltd. gegründet. Dieses Datum gilt bis heute als symbolischer Beginn der gemeinsamen Geschichte der Gruppe.
„Dies ist keine im Nachhinein geschaffene Legende, sondern der tatsächliche Ausgangspunkt der SECO/WARWICK Gruppe – heute eine der bemerkenswertesten Erfolgsgeschichten der polnischen Industrie. Zu Beginn verfügten wir vor allem über Know-how, Mut und außergewöhnliche Entschlossenheit. Wir agierten in einem Polen, das erst dabei war, eine neue Wirtschaftsordnung zu entwickeln – und dennoch gelang es uns, eine Technologie aufzubauen, die das Interesse eines Partners aus den Vereinigten Staaten weckte. Das war ein Wendepunkt; noch entscheidender war jedoch, was danach folgte. Diese Geschichte endete nicht mit der Zusammenarbeit mit Amerika. Wir erreichten den Punkt, an dem Polen ein amerikanisches Unternehmen übernahmen. Das hat einen symbolischen Klang – und verdeutlicht am besten, welchen Weg wir zurückgelegt haben.” – sagt Andrzej Zawistowski, Gründer von SECO/WARWICK.
Wurzeln in Meadville, Stärke in Świebodzin
Was SECO/WARWICK von Anfang an auszeichnete, war die Verbindung zweier Welten. Einerseits die amerikanische Industrietradition und die Marke aus Meadville, die aus der Sunbeam Equipment Corporation und der Warwick Furnace Company hervorgegangen ist. Auf der anderen Seite die polnische Ingenieurskultur, die auf den Kompetenzen von Elterma und der Erfahrung von Menschen aufbaute, die trotz begrenzter Ressourcen in der Lage waren, moderne Lösungen zu entwickeln. Aus dieser Synthese entstand ein Unternehmen, das sich im Laufe der Zeit eine eigene, unabhängige und globale Position aufgebaut hat.
Der polnische Teil dieser Geschichte hat einen konkreten Ort und Namen: Elterma, gegründet 1950, aus der die Mitbegründer des späteren SECO/WARWICK hervorgingen. Als Elterma im Jahr 2003 formell in die Gruppe integriert wurde, war dies nicht nur ein organisatorischer Schritt, sondern auch ein symbolischer. Damit verfügte SECO/WARWICK über ein wichtiges technologisches Erbe, Kompetenzen im Bereich von Atmosphären- und Aluminiumöfen sowie ein technisches „DNA“, das bis heute zu den zentralen Säulen des Wettbewerbsvorteils des Unternehmens zählt.
Wachstum, das kein Zufall war
Seit 35 Jahren hat SECO/WARWICK seine Größe durch organisches Wachstum und Akquisitionen konsequent ausgebaut. Die Gruppe wuchs in Polen, den Vereinigten Staaten, Deutschland, China und Indien und baute ihre Geschäftstätigkeit durch den Aufbau neuer Strukturen sowie den Erwerb von Unternehmen, deren Know-how und Kompetenzen aus. Zu den entscheidenden Meilensteinen zählten der Erwerb des geistigen Eigentums von CAMLAW Ltd. im Jahr 2002, einschließlich der CAB-Technologie, sowie die vollständige Übernahme des amerikanischen Herstellers Retech, wodurch die Gruppe in das Segment der Spitzentechnologie zur Titan– und Superlegierungsschmelze vordrang. Gerade diese Übernahme von Retech wurde zu einem der stärksten Punkte der technologischen Synergie in der globalen Vakuummetallurgie und hat die heutige Struktur der Gruppe maßgeblich geprägt.
35 Jahre später: Rekorde, Größe und stabiles Wachstum
Nach 35 Jahren erzählt SECO/WARWICK keine Geschichte mehr von Ambitionen. Es erzählt eine Geschichte von seiner Position. Das Jahr 2025 schloss die Gruppe mit dem höchsten Umsatz in ihrer Geschichte ab und erzielte einen Umsatz von 334,3 Mio. PLN sowie einen Nettogewinn von 24,5 Mio. PLN. Dies bedeutet, dass der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 16,9 % gestiegen ist. Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg um 139 % und die EBIT-Marge um 8,1 %.
Diese Ergebnisse zeigen nicht nur das Ausmaß der Geschäftstätigkeit, sondern auch die stetig steigende Qualität des Geschäfts und die Wirksamkeit der umgesetzten Strategie. SECO/WARWICK beschäftigt heute über 900 Mitarbeiter, während es zu Beginn nur eine kleine Gruppe von Menschen mit einer Vision, Fachwissen und Risikobereitschaft war. Seit Beginn der Geschäftstätigkeit hat SECO/WARWICK seinen Partnern über 5000 Vorrichtungen geliefert.
„SECO/WARWICK ist eine starke, internationale Unternehmensgruppe, verfügt jedoch über ein sehr ausgeprägtes polnisches Kompetenz- und Entscheidungszentrum. Rekordumsätze, über 5.000 ausgelieferte Anlagen und 900 Mitarbeiter sind der Beweis dafür, dass wir im Laufe der Jahre eine widerstandsfähige, wettbewerbsfähige und für weiteres Wachstum bereite Organisation aufgebaut haben. Unser Ziel ist es, nicht nur das Unternehmen weiterzuentwickeln, sondern tatsächlich die Richtung für die gesamte Branche vorzugeben“ – sagt Sławomir Woźniak, CEO der SECO/WARWICK-Gruppe.
Hervorzuheben ist auch die marktwirtschaftliche Dimension dieser Position: Die SECO/WARWICK-Gruppe ist seit 2007 an der Warschauer Wertpapierbörse notiert.
Globale Marke, fünf Technologielinien, eine konsistente Botschaft
Die Größenordnung von SECO/WARWICK umfasst heute nicht mehr nur um Produktion und Finanzergebnisse, sondern auch um eine etablierte, internationale B2B-Marke. Die Gruppe ist weltweit tätig, kommuniziert auf zahlreichen Märkten und baut ihre Bekanntheit als Experte im Bereich der Wärmebehandlung von Metallen aus. Ihr Angebot umfasst fünf zentrale Technologiebereiche: Vakuumwärmebehandlung, Aluminiumwärmebehandlung, Atmosphärentechnologien, das Löten von Wärmetauschern sowie die Vakuummetallurgie.
„Wenn wir über 35 Jahre SECO/WARWICK sprechen, sprechen wir nicht mehr über Ambition – wir sprechen über Position. Unser Anspruch ist es, in der Wärmebehandlung und Metallurgie führend zu sein: End-to-End-Lösungen in fünf zentralen Technologiebereichen zu liefern – konsistent und verlässlich, unabhängig von Land, Zeitzone oder Geschäftskultur. Deshalb kommunizieren wir global: nicht nur über Aufträge, sondern vor allem über die Kompetenz, die Standards und die Zuverlässigkeit, die hinter der Marke SECO/WARWICK stehen. Genau diese Größe und Konsequenz prägen unsere Vision, das Unternehmen erster Wahl in der Wärmebehandlung und Metallurgie zu sein.“ – sagt Katarzyna Sawka, Vizepräsidentin für Marketing der SECO/WARWICK‑Gruppe.
Mutige Vergangenheit, ambitionierte Zukunft
Die Geschichte von SECO/WARWICK zeigt, dass die größten Unternehmen nicht immer an offensichtlichen Orten und unter komfortablen Bedingungen entstehen. Manchmal beginnt alles in einer Garage, mit einem Messekatalog, einem Brief über den Ozean – und mit einem Team, das stärker an Technologie glaubt als an Grenzen. Nach 35 Jahren hat diese Geschichte weltweite Dimensionen erreicht, ohne ihren Kern zu verlieren: Mut, Unternehmergeist und ingenieurtechnische Qualität.
SECO/WARWICK begeht sein 35-jähriges Jubiläum als finanziell starke Unternehmensgruppe, die global wächst und die nächsten Wachstumsetappen vorbereitet. Das Unternehmen stärkt die Synergien zwischen den Gesellschaften, entwickelt neue Segmente und investiert in Automatisierung, Robotisierung und neue Marktbereiche. Es ist nicht mehr die Geschichte eines Unternehmens, das versucht, mit der Welt Schritt zu halten. Es ist die Geschichte eines Unternehmens, das die industrielle Zukunft der Welt mitgestaltet.






